Zum Hauptinhalt springen

Videobewachung.de

Ratgeber / Recht
Datenschutz & Recht

Videoüberwachung zuhause: Wo darf ich filmen?

Eigene Einfahrt ja, Gehweg nein? Die wichtigsten Regeln für Überwachungskameras an Haus, Garten und Mietwohnung, verständlich erklärt. Ausdrücklich ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

T
Trosky · Videobewachung.de
Aktualisiert September 2026 · ca. 8 Min. Lesezeit
Einfamilienhaus mit Garten aus Sicht einer Überwachungskamera
Nur das eigene Grundstück filmen: Einfahrt und Garten ja, Gehweg und Nachbarn nein · Bild: Reolink
§

Wichtig: keine Rechtsberatung. Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick nach unserem Kenntnisstand (September 2026) für Deutschland. Er ist nicht rechtlich bindend und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtslage und Rechtsprechung können sich ändern. Bitte informiere dich selbst, zum Beispiel bei der Datenschutz-Aufsichtsbehörde deines Bundeslandes, und lass dich im Zweifel anwaltlich beraten.

Das Wichtigste in Kürze

Der Grundsatz: nur das eigene Grundstück

Wer ausschließlich sein eigenes, nicht öffentlich zugängliches Grundstück filmt, bewegt sich im privaten Bereich. Für rein persönliche oder familiäre Tätigkeiten gilt die DSGVO nicht (sogenannte Haushaltsausnahme). Schwierig wird es, sobald die Kamera über die Grundstücksgrenze hinausreicht: Der Europäische Gerichtshof hat 2014 entschieden, dass eine Kamera, die auch den öffentlichen Raum erfasst, nicht mehr unter diese Ausnahme fällt.

Öffentliche Gehwege, die Straße und Nachbargrundstücke solltest du deshalb nicht filmen. Zusätzlich kann das Filmen fremder Grundstücke das Persönlichkeitsrecht der Nachbarn verletzen und zu Unterlassungsansprüchen führen.

Privatzonen: die wichtigste Einstellung

Fast alle aktuellen Kameras, etwa von Reolink oder TP-Link Tapo, bieten Privatzonen (Privacy Masks). Damit schwärzt du Bereiche wie den Gehweg oder das Fenster des Nachbarn dauerhaft. Sie werden weder angezeigt noch aufgezeichnet. Richte die Kamera am besten so aus, dass sie diese Bereiche gar nicht erst erfasst, und setze Privatzonen zusätzlich.

Wenn Besucher, Paketboten oder Nachbarn im Bild sind

Erfasst die Kamera Bereiche, die andere Menschen betreten, etwa den Hauseingang, gelten in der Regel die Pflichten der DSGVO. Dazu gehören vor allem:

Video-Türklingeln

Für Türklingeln mit Kamera gilt dasselbe. Unproblematischer ist es, wenn die Kamera nur beim Klingeln aufnimmt und der Bildausschnitt eng auf den Eingangsbereich begrenzt ist. Eine Daueraufzeichnung des Gehwegs vor der Tür ist dagegen heikel.

Mietwohnung und Mehrfamilienhaus

Treppenhaus, Hausflur, Briefkästen oder Tiefgarage sind Gemeinschaftsflächen. Als Mieterin oder Mieter darfst du dort nicht einfach eine Kamera aufhängen. In der Regel braucht es die Zustimmung des Vermieters bzw. der Eigentümergemeinschaft und die Rücksicht auf alle Betroffenen. Innerhalb der eigenen Wohnung sieht es anders aus. Aber auch ein digitaler Türspion kann problematisch sein, wenn er den Hausflur dauerhaft aufzeichnet.

Tonaufnahmen: besonders heikel

Viele Kameras haben ein Mikrofon. Das heimliche Aufnehmen nichtöffentlich gesprochener Worte kann nach § 201 Strafgesetzbuch strafbar sein. Im Außenbereich und überall, wo fremde Gespräche mitgeschnitten werden könnten, solltest du die Audioaufnahme deshalb abschalten.

Kameras im Haus: Babysitter, Nanny, Reinigungskraft

Im eigenen Zuhause darfst du grundsätzlich filmen, auch mit einer Babykamera. Sobald aber andere Personen regelmäßig dort sind, etwa Babysitter, Großeltern oder eine Reinigungskraft, solltest du offen darüber sprechen. Heimliches Filmen kann das Persönlichkeitsrecht verletzen. Beschäftigst du jemanden, gelten zusätzlich strenge arbeitsrechtliche Regeln. Ein einfacher Weg: die Babykamera nur einschalten, wenn das Kind schläft, und alle Betreuungspersonen vorher informieren.

Und Kamera-Attrappen?

Auch Attrappen können Ärger machen. Gerichte haben mehrfach entschieden, dass schon der Eindruck einer Überwachung (sogenannter Überwachungsdruck) Nachbarn in ihren Rechten verletzen kann. Richte also auch eine Attrappe nicht auf fremde Grundstücke oder den Gehweg.

Checkliste vor der Montage

i

Weiterführende Informationen findest du bei den Datenschutz-Aufsichtsbehörden der Länder, zum Beispiel in der Orientierungshilfe „Videoüberwachung durch nicht-öffentliche Stellen“ der Datenschutzkonferenz (DSK).

Häufige Fragen zu Videoüberwachung und Recht

Darf ich den Gehweg vor meinem Haus filmen?

In der Regel nein. Öffentliche Wege und Straßen solltest du über die Ausrichtung der Kamera oder mit Privatzonen ausblenden. Verlass dich nicht darauf, dass ein „schmaler Streifen“ am Bildrand schon in Ordnung sein wird.

Brauche ich ein Hinweisschild für meine Überwachungskamera?

Sobald die Kamera Bereiche erfasst, die andere Menschen betreten, etwa Hauseingang oder Zufahrt, solltest du mit einem gut sichtbaren Schild darauf hinweisen. Filmt sie ausschließlich deinen privaten, nicht zugänglichen Garten, ist ein Schild meist nicht nötig.

Wie lange darf ich Aufnahmen speichern?

Nur so lange, wie es für den Zweck nötig ist. Die Datenschutzbehörden nennen als Orientierung meist 48 bis 72 Stunden. Einzelne Aufnahmen, die du etwa für eine Anzeige brauchst, darfst du länger sichern.

Darf meine Überwachungskamera Ton aufzeichnen?

Im Außenbereich solltest du das Mikrofon abschalten. Das heimliche Aufzeichnen nichtöffentlich gesprochener Worte kann nach § 201 Strafgesetzbuch strafbar sein.

Sind Kamera-Attrappen erlaubt?

Nicht uneingeschränkt. Gerichte haben mehrfach entschieden, dass schon der Eindruck, überwacht zu werden, Nachbarn in ihren Rechten verletzen kann. Auch eine Attrappe sollte deshalb nicht auf fremde Grundstücke oder den Gehweg zeigen.

§

Nochmals: keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr und nicht rechtlich bindend. Maßgeblich sind immer die aktuelle Rechtslage und die Umstände des Einzelfalls. Informiere dich selbst, zum Beispiel bei der Datenschutzbehörde deines Bundeslandes, oder lass dich anwaltlich beraten.

i

Transparenz-Hinweis: Mit „Anzeige“ gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Kaufst du über einen dieser Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen dabei keine Mehrkosten.

T
Mehr Tests & Praxis-Videos

Auf dem YouTube-Kanal @TroskyOnline zeigen wir Kameras im echten Einsatz.